NVIDIA hat nach eigenen Angaben AWS seinen ersten Vera-CPU-Server und eine Vera-Rubin-GPU übergeben. Die Übergabe erfolgte in Seattle an Willem Visser, Vice President von Amazon EC2 bei AWS, wie aus einem NVIDIA-Blogbeitrag hervorgeht.
AWS-Lieferung folgt auf Ankündigung zum Infrastrukturausbau
NVIDIA zufolge brachte Ian Buck, Vice President für Hyperscale und HPC bei NVIDIA, die Systeme zu AWS. Der Hersteller verweist zugleich auf eine am Vortag bekannt gegebene Ausweitung der seit 16 Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit AWS: Geplant seien 2 Millionen zusätzliche NVIDIA-GPUs sowie Arbeiten an Vera-CPU-basierter Infrastruktur für AWS.
Die jetzt gemeldete Übergabe ist eine Lieferung von Hardware und kein Nachweis eines breit verfügbaren AWS-Angebots. NVIDIA nennt in dem Beitrag weder einen Termin für die Verfügbarkeit noch konkrete AWS-Instanztypen, Preise oder Kapazitäten.
Vera soll CPU und GPUs enger verbinden
NVIDIA bezeichnet Vera als seinen ersten selbst entwickelten CPU-Prozessor für „agentische KI“. Laut Hersteller verfügt der Chip über 88 kundenspezifische Olympus-Kerne und 1,2 TB/s Speicherbandbreite.
In der Vera-Rubin-NVL72-Architektur fungiert Vera laut NVIDIA als Host-Prozessor. Er wird über NVLink-C2C der zweiten Generation mit zwei Rubin-GPUs gekoppelt. NVIDIA sagt, Vera könne pro Kern bei Workloads für agentische KI bis zu 1,8-mal schneller sein; außerdem sollen CPU-Kerne und Interconnect GPUs mit der doppelten Energieeffizienz traditioneller Infrastruktur versorgen. Diese Leistungs- und Effizienzangaben stammen vom Hersteller und werden im vorliegenden Material nicht durch unabhängige Messungen belegt.
OCI kündigt große Einführung ab 2026 an
NVIDIA erklärte außerdem, Vera-CPU-Systeme seien zuvor an Oracle Cloud Infrastructure (OCI) sowie an Anthropic, OpenAI und SpaceXAI geliefert worden. SpaceXAI evaluiere Vera demnach für Reinforcement-Learning-Workloads und agentenbasierte Simulationspipelines.
OCI sei laut NVIDIA der erste Cloud-Anbieter, der Vera im Hyperscale-Maßstab einsetze. Karan Batta von OCI sagte laut NVIDIA, OCI plane ab 2026 die Bereitstellung von Hunderttausenden Vera-CPUs. Die Formulierung beschreibt einen Zukunftsplan; der Beitrag nennt weder die genaue Stückzahl, den zeitlichen Rollout noch bestätigte Standorte.
Die Lieferungen und Pläne zeigen, dass NVIDIA Vera bei großen Cloud- und KI-Kunden positioniert. Aus dem einzigen vorliegenden, von NVIDIA veröffentlichten Bericht lässt sich jedoch nicht ableiten, in welchem Umfang die Systeme bereits produktiv genutzt werden oder wie sie sich unabhängig geprüft gegenüber anderer Infrastruktur schlagen.
Wie es weitergeht
Entscheidend werden konkrete Produktangebote der Cloud-Anbieter, Angaben zu Verfügbarkeit und Umfang der Installationen sowie unabhängige Leistungstests von Vera-Systemen sein.
Änderungsvermerk: Erstbericht auf Basis eines NVIDIA-Blogbeitrags vom 27. August 2026; keine unabhängliche Bestätigung im vorliegenden Dossier.