NVIDIA hat NVLink Fusion um NVHBM erweitert, eine vom Unternehmen als Hochbandbreitenspeicher der nächsten Generation für XPUs bezeichnete Technik. Amazon Web Services’ Annapurna Labs soll nach Angaben von NVIDIA als erstes Unternehmen damit arbeiten und NVLink Fusion ab Trainium4 in kommende Trainium-Chips integrieren.
Was NVIDIA angekündigt hat
NVHBM integriert laut NVIDIA einen eigenen Speichercontroller des Unternehmens in den Base-Die von HBM. NVIDIA erklärt, dieselbe Technologie auch für künftige GPUs einsetzen zu wollen.
Die Technik ist Teil von NVLink Fusion, NVIDIAs Ansatz für die Anbindung von XPUs. NVIDIA bezeichnet Amazon Annapurna Labs als ersten Partner für NVHBM innerhalb der umfassenderen NVLink-Fusion-Zusammenarbeit.
Annapurna Labs werde NVLink Fusion mit Trainium-Chips der nächsten Generation unterstützen, beginnend mit Trainium4, teilte NVIDIA mit. Einen Termin für dieses Produkt oder eine Markteinführung von NVHBM nennt die vorliegende Ankündigung nicht.
Die angekündigten Leistungswerte
Gegenüber Standard-HBM4E soll NVHBM laut NVIDIA bis zu 30 Prozent mehr Speicherbandbreite liefern, den HBM-Stromverbrauch um 15 Prozent senken und bis zu 25 Prozent mehr Fläche auf dem XPU-Compute-Die freigeben.
Diese Werte sind Herstellerangaben, keine unabhängig verifizierten Benchmark-Ergebnisse. Aus den verfügbaren Informationen geht weder hervor, unter welchen Lasten sie gemessen wurden, noch welche konkreten Konfigurationen miteinander verglichen wurden. Die Formulierung „bis zu“ bedeutet zudem, dass die Maximalwerte nicht für jede Anwendung oder Implementierung gelten müssen.
Warum die Ankündigung relevant ist
Die Ankündigung verknüpft Speichertechnik, Chipfläche und Energiebedarf direkt mit NVIDIAs NVLink-Fusion-Ökosystem. Falls die angekündigten Werte in Produkten erreicht werden, könnte NVHBM XPU-Entwicklern mehr Spielraum bei der Speicheranbindung und der Flächennutzung ihrer Compute-Dies geben.
Der erste genannte Anwender ist zugleich ein Entwickler von Trainium-Chips. Damit erhält NVLink Fusion nach NVIDIAs Darstellung eine geplante Unterstützung in einer kommenden Trainium-Generation. Ob und wie sich dies auf verfügbare Systeme, Leistung oder Kosten auswirkt, bleibt offen.
Standardisierung und offene Punkte
NVIDIA erklärt, eine Standardimplementierung von NVHBM aufzubauen, die von mehreren Speicheranbietern verfügbar sein soll. Zudem solle die Technik durch führende Speicherpartner validiert und angeboten werden.
NVIDIA nannte in den vorliegenden Angaben jedoch keine Speicherpartner, keine Produkt- oder Verfügbarkeitstermine und keine technischen Details zu Kapazitäten, Datenraten oder Implementierungen. Auch eine Stellungnahme von Amazon oder Annapurna Labs ist im Dossier nicht enthalten.
Wie es weitergeht
Entscheidend werden technische Spezifikationen, Angaben der beteiligten Speicheranbieter und Details von Annapurna Labs zu Trainium4 sein. Erst unabhängige Messungen können die von NVIDIA genannten Bandbreiten-, Energie- und Flächenvorteile bewerten.
Änderungsvermerk: Erstbericht auf Basis einer einzelnen primären NVIDIA-Ankündigung vom 26. August 2026.