OpenAI hat eine Integration angekündigt, mit der Gesundheitsorganisationen ihre Epic-Umgebungen mit ChatGPT for Healthcare verbinden können. Dadurch soll autorisierter Patientenkontext aus der elektronischen Patientenakte in das System gelangen. Parallel stellte das Unternehmen ein „Healthcare Public Data“-Plugin mit Anbindungen an neun offizielle öffentliche Gesundheitsdatenquellen vor.
Was OpenAI angekündigt hat
Nach Angaben von OpenAI können Gesundheitsorganisationen Epic-Umgebungen nun mit ChatGPT verbinden. Die neue EHR-Integration soll autorisierten Patientenkontext aus Epic in ChatGPT for Healthcare bereitstellen.
Das zusätzlich angekündigte Healthcare Public Data Plugin soll direkten, strukturierten Zugriff auf offizielle Gesundheitsdatensätze ermöglichen. Zu den von OpenAI ausdrücklich genannten Quellen gehören ClinicalTrials.gov, CMS Coverage, RxNorm, DailyMed und PubMed. Insgesamt nennt das Unternehmen neun offizielle öffentliche Gesundheitsquellen, ohne sie in den vorliegenden Angaben vollständig aufzulisten.
Kontrollen und HIPAA-Aussage
OpenAI zufolge umfasst ChatGPT for Healthcare Unternehmensfunktionen wie rollenbasierte Zugriffssteuerung, Single Sign-on und Audit-Protokolle.
Mit einer anwendbaren Business Associate Agreement (BAA) könnten Kunden ChatGPT Work, Codex, Apps und Plugins im selben Workspace einsetzen, um HIPAA-konforme Arbeitsabläufe zu unterstützen, so OpenAI. Das ist keine pauschale Aussage, dass jede Nutzung automatisch HIPAA-konform ist: Die Ankündigung knüpft dies ausdrücklich an eine passende BAA und spricht von der Unterstützung entsprechender Workflows.
Von OpenAI berichtete Evaluationen
OpenAI berichtet außerdem über ärztliche Bewertungen von Antworten mit angebundenem EHR-Kontext. Demnach wurden 27 klinische Anwendungsfälle geprüft, darunter Vorbereitung vor einem Termin, klinische Zeitachsen, Medikationsprüfung und Zusammenfassungen bei Übergaben.
Über 4.363 Bewertungen hinweg stuften Ärzte laut OpenAI 99,1 Prozent der Antworten in allen Anwendungsfällen als sicher ein. In einer separaten Auswertung zu fünf getesteten angebundenen Datenquellen seien bei jeder Quelle mehr als 93 Prozent der Antworten hinsichtlich der Genauigkeit als „gut“ oder besser bewertet worden.
Diese Kennzahlen stammen aus der Mitteilung des Herstellers. Die vorliegenden Informationen enthalten keine unabhängige Bestätigung, kein detailliertes Studiendesign, keine Aufschlüsselung nach Anwendungsfall oder Angaben dazu, welche Antworten nicht als sicher beziehungsweise nicht mindestens als „gut“ eingestuft wurden.
Warum die Anbindung relevant ist
Die Ankündigung verbindet zwei unterschiedliche Kontextarten in einem Produkt: autorisierten patientenbezogenen Kontext aus einer Epic-Umgebung und öffentlich verfügbare Fach- und Verwaltungsdaten. Das kann ChatGPT for Healthcare für Aufgaben wie die in der Evaluation genannten Vorbereitungen, Zeitachsen, Medikationsprüfungen und Übergabez usammenfassungen einsetzen lassen.
Gerade weil Patientendaten und klinische Arbeitsabläufe betroffen sind, bleiben Zugriffsrechte, Protokollierung und die Bedingungen einer BAA zentrale Punkte. Die veröffentlichten Evaluationsergebnisse sind ein Hinweis auf die von OpenAI gemessene Leistung, ersetzen aber keine unabhängige Bewertung der Sicherheit oder Genauigkeit im jeweiligen Einsatzumfeld.
Wie es weitergeht
Entscheidend wird sein, wie Gesundheitsorganisationen die Epic-Anbindung und das Plugin in ihre Zugriffs-, Prüf- und klinischen Arbeitsabläufe integrieren. Weitere Angaben zu Verfügbarkeit, den vollständigen Datenquellen und der Methodik der Evaluationen stehen in den vorliegenden Informationen nicht zur Verfügung.
Änderungsvermerk: Erstmeldung auf Basis einer primären Produktankündigung von OpenAI vom 1. September 2026.